für den Blick in die Natur
für Geist & Seele (Blog)
Vom Wachsen & Werden


Es steht vor seinem Rosenbeet
ein fleiß`ger Gärtner mitten im August.
Mit keiner Miene er verrät,
was ihm soeben ward bewußt:
Die Rosen, seine ernste Liebe
und Ausdruck aller Plag und Müh`,
zeigen schlaffe junge Triebe
ohne viel Kraft und Energie.
Off`ne Blüten sieht er spärlich,
nur hier und dort ein wenig Pracht,
mangels Nässe sehr beschwerlich
von der Natur hervor gebracht.
"Hier hilft nur Regen", denkt er traurig.
Sein Blick schweift sachte himmelan,
trifft eine Wolke wasserbauchig
und hält sich länger fest daran.
Da kommt ein Sonnenstrahl vorbei
und kitzelt ihn an seiner Nase.
Davon wird ihm ganz leicht und frei,
dass er gedenkt der Anfangsphase:
Einst stand er vor dem brachen Land
und wußte nicht, was wird gedeihn.
Er nahm den Spaten in die Hand
und setzte Rosenstöcke ein.
Alle Tage goss er sorgsam
Wasser um die Ball`n herum
und als das erste Blatt hervor kam,
blieb er vor Freude gänzlich stumm.
Als später dann ein Rosenstrauch
recht schwächlich war und nicht gedieh,
besorgte er `nen Gartenschlauch,
aus dem das Wasser doppelt spieh.
Die Sonne derweil tankte Kraft
und strahlte täglich immer stärker,
bald trank sie aus dem Wasserschaft
und ward dem Gärtner so zum Ärger.
Er hat gemeint, das kann nicht sein,
dass Kräfte der Natur sich streiten.
Für seiner Rosen Wachsen und Gedeih`n
braucht er doch nicht nur eins von beiden.
Drum stellte er am Rosenbeet
sich täglich mit dem Spruche hin:
"Strahl, Sonne du, so stark es geht,
doch laß im Schlauche Wasser drin."
Weil aber Sonne, Wind und Regen
im steten Kampfe um die Macht,
sich so von Haus aus gar nicht mögen,
hat Gärtners Spruch auch nichts gebracht.
Der Gartenschlauch liegt lustlos trocken
am Weg herum und haucht bald aus.
Er läßt den letzten Tropfen stocken
und Käfer bau`n sich drin ihr Haus.
Die Rosen bieten trotz der Dürre
mit aller Kraft ihr Leben auf
und Gärtners Blick, gewandt ins Leere,
setzt dennoch stolze Andacht drauf.
Die Wolke nämlich, hoch am Himmel,
hat einen Hängebauch so schwer,
dass leisestes Glockengebimmel
wohl für `ne Sturzflut der Auslöser wär.
Den Gärtner hält es nah beim Beet
und während er sich so besinnt,
verpaßt er, dass der Wind aufweht
und steht noch, als schon Regen rinnt.
Listina Arguso1999


Bitte schauen Sie daher bei einem späteren Besuch noch einmal auf dieser Seite vorbei. Vielen Dank für Ihr Interesse! Anbei ein kleiner Hörgenuss als Gruß.

Ein Lied, dessen hier zu erlebende Version mir persönlich sehr gut gefällt.


Auf dieser Welt


Gesang und Text: Hans Ische
In freier Übersetzung des Pete Seeger-Songs “Turn, turn, turn...“

Mit freundlicher Genehmigung von Hans Ische, dem ich dafür sehr danke.

Sascha-Kai Böhme